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Preisverfall setzt sich auch zu Jahrebeginn fort

12 Januar 2015

Auch im neuen Jahr setzt sich der Abwärtstrend ungehindert fort. Die amerikanische Ölsorte WTI (Western Texas Intermediate) durchbrach die 50 US Dollar Marke nach unten und notiert aktuell bei 48,55 US Dollar pro Fass. Sein europäisches Pendant die Nordseeölsorte Brent Crude wird aller Voraussicht nach diese Woche folgen. Aktuell wird der Brent Crude mit 51,60 US Dollar pro Barrel gehandelt. Der anhaltende Preisverfall ist den vollen Öltanks der Industrienationen zu verdanken, sowie der schleppenden Wirtschaft in Europa und China.

Terminhändler mieten Öltanker

Das erste Mal, seit der weltweiten Wirtschaftskrise im Jahre 2009, mieten die internationalen Ölhändler Öltanker an, um das schwarze Gold zu lagern. Grund dafür sind vor allem die Warenterminmärkte, an denen das Öl immer teurer gehandelt wird, als aktuell auf dem Börsenparkett. Wenn die Miete der Öltanker den Gewinn nicht übersteigt, so ist dies ein lohnendes Geschäft. Im Moment werden Rohöl-Futures für September 2015 mit knapp 60 US Dollar gehandelt. Dies bedeutet, dass die Ölhändler eine Spanne von 10 US Dollar pro Fass haben. Selbst ein Supertanker wie TI Oceania mit einem Fassungsvermögen von drei Millionen Barrel, kostet nur einen Bruchteil der 30 Millionen, welche damit abgeschöpft werden können. Experten gehen davon aus, dass der Ölhändler Vitol den Supertanker, für weniger als einer Million US Dollar pro Monat mietet. Dies sind nach Abzug der Unterhaltungskosten immer noch stattliche 24 Millionen US-Dollar Gewinn in sechs Monaten.

Problematisch könnte die Entwicklung des US Dollar werden, sollte dieser weiter steigen, denn er hemmt die Kauflust der Händler. Die Daten vom amerikanischen Arbeitsmarkt waren in den letzten Monaten so gut, dass kein Zweifel mehr an der robusten wirtschaftlichen Entwicklung der USA besteht. Für die Anleger bedeutet dies im Jahre 2015, dass der Rohölpreis mit großer Sicherheit, nicht die 70 US Dollar Marke überspringen wird. Durch den Ankauf und das Auslagern in Öltanks wird zwar Öl vom Markt genommen, was den jetzigen Preis stabilisieren wird, jedoch steht dieses Öl bei einem späteren Preisanstieg dem Markt zur Verfügung und bremst Kurssteigerungen. Auch China hat damit begonnen, seine riesigen Öllager zu füllen.

Selbst wenn die OPEC und die Amerikaner ihre Förderquoten drosseln, dürfte dies keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Rohölpreis haben. Wir gehen in den nächsten Monaten von einer seitwärts Tendenz mit leichtem Gefälle aus. Selbst beim Erstarken der europäischen und chinesischen Wirtschaft wird es Monate dauern, bis der Preis wieder ein Niveau jenseits 100 US Dollar erreicht.

Heizöl und Kraftstoff

Was im großen Maße funktioniert, gilt auch für die privaten Haushalte. Wer noch Platz im Tank hat, sollten diesen nutzen. Wer die 500 Liter Mindestabnahmemenge der meisten Händler nicht zur Verfügung hat, kann mit den Nachbarn sprechen. So profitieren alle langfristig von den günstigen Preisen.