Home » oelpreis-news

Röhölinvestoren nehmen Gewinne mit – Fracking bald auch in Deutschland?

28 Juni 2014

Durch die Krise im Irak ist der Ölpreis in der vergangenen Woche stark angestiegen. Wobei WTI und der Brent Crude unterschiedlich stark ausschlugen. Der WTI verpasste nur knapp den Jahreshöchststand von 110 USD pro Barrel, der Brent blieb jedoch deutlich unter der Marke von 116,50 USD. In dieser Woche haben sich die Märkte wieder beruhigt, da viele Anleger Gewinne mitgenommen haben. Die amerikanische Sorte Western Texas Intermediate (WTI) notiert heute bei auf 105,77 USD und damit nur knapp über dem Stand vor zwei Wochen. Der europäischen Brent Crude konnte hingegen über einen Dollar zulegen und notiert nun bei 113,21 USD.

Auch in Deutschland könnte in Zukunft Rohöl gefördert werden

Wie wir schon mehrfach berichteten, wird die momentane Rallye auf dem Rohölmarkt nicht durch erhöhte Nachfrage ausgelöst, sondern durch ständig neue geopolitische Krisen. Denn weder China, die USA oder Europa können deutliche Wirtschaftszuwächse verbuchen. Auch der Zuwachs in den Schwellenländern hat sich in diesem Jahr deutlich abgekühlt. Daran konnten auch die Zinssenkungen, welche weltweit auf historischen Tiefstständen befinden nichts ändern. Zudem besteht ein Überangebot an Rohöl auf den Weltmarkt, besonders die USA fördern mehr und mehr hochwertiges Schiefer-Öl mit der Hydraulik Fracturing Methode. Die amerikanische Regierung bereitet nun ein Gesetz vor, das seit über 40 Jahren bestehende Exportverbot für Rohöl zu lockern, damit die neuen Ölquellen im Ausland gewinnbringend vermarktet werden können. Experten gehen davon aus, dass bereits in Kürze eine Menge von 750.000 Barrel pro Tag ins Ausland geliefert werden kann. Durch diese Maßnahme wird nicht nur viel Geld in Amerikas klamme Kassen gespült, sondern die Lagerbestände verringert, was sich positiv auf den WTI-Kurs auswirken sollte. In Europa hingegen sträuben sich viele Länder, aus umweltpolitischen Gesichtspunkten, gegen die Gewinnung von Rohöl aus Schiefer. Lange werden sie diesem Druck aber nicht standhalten können. In diesen Tagen versucht die große Koalition, im Schatten der Fußballweltmeisterschaft, ein neues Gesetz durchzuboxen, welches das Fracking erleichtern soll. Auf lange Sicht werden so immer mehr Nationen zu Rohölproduzenten und dadurch unabhängig vom Weltmarkt, dies wird mit Sicherheit zum Einbruch der Ölpreise führen.

Heizöl und Kraftstoff

James Bullard ließ gestern den Aktienmarkt beben und schickte nicht nur den DAX auf eine Talfahrt. Demnach könnte die, für Mitte 2015 erwartete, Leitzinserhöhung bereits in diesem Jahr Realität werden. Dadurch wird der USD wieder attraktiver für die weltweiten Anleger und damit wird auch der Kurs gegenüber dem Euro steigen. Natürlich führt dies zu einer Preissteigerung auf dem Heizölmarkt. Noch ist die Preisentwicklung sehr stabil, wer jetzt tankt, könnte zu den Gewinnern zählen.