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Rohölpreis: Erneute Korrekturen wegen hoher Bestandsprognosen

19 Dezember 2019

Nach einer kurzen Erholung geben die Ölpreise wieder nach: Der Optimismus in puncto Handelsabkommen zwischen China und den USA konnte die Sorgen der Marktteilnehmer wegen ansteigender Ölbestände nicht eindämmen.

Vorsicht vs. Optimismus – was setzt sich beim Ölpreis durch?

Die Tendenz zeigt bei den Ölpreisen nach oben, allerdings sind die Märke nach wie vor fragil: Am Montag dominierte Vorsicht das Geschehen, auch wenn sich ein Handelsabkommen zwischen China und den USA abzeichnet. Mit rund 65 US-Dollar für das Barrel Brent und knapp 60 US-Dollar ein Fass der Sorte WTI gaben die Ölpreise im Vergleich zur letzten Handelswoche nach. Die nach einer zumindest teilweisen Einigen der beiden Seiten waren da nämlich die Preise für das schwarze Gold auf den höchsten Stand seit drei Monaten geklettert. Vielleicht spielte es eine Rolle, dass kaum Einzelheiten zum Abkommen bekannt sind – zumal weitere Abkommen von den Streitigkeiten betroffen sind. Offenbar trauen die Märkte den Beteiligten nur bedingt. Wenn sich die beiden mächtigsten Volkswirtschaften gegenseitig blockieren, ist eine Auswirkung auf die globale Nachfrage nach Erdöl, die ohnehin unter der Konjunkturschwäche leidet, mehr als wahrscheinlich.

Umso erstaunlicher war es, dass sich am Dienstag ein deutlicher Preisanstieg durchsetzen konnte: Brent kletterte auf knapp 67 US-Dollar je Barrel, WTI auf knapp 61 US-Dollar für das Fass – hier dominierte das Prinzip Hoffnung. Gleichzeitig unterstützte die zusätzliche Kürzung der OPEC-Förderquoten, die von einigen Rohstoff-Experten als der wesentliche Preistreiber bewertet wurde. Allerdings hat auch diese Medaille zwei Seiten: Liefern die OPEC-Staaten weniger Öl, steigern die USA die Produktion von Schieferöl, was wiederum zu einer früheren Energieautarkie der USA führen dürfte. Im Interesse der traditionellen Rohöl-Produzenten kann diese Entwicklung demnach nicht sein.

Steigende Bestände: Der Strich durch die Rechnung?

Mit den Prognosen des American Petrolium Institue (API) setzte dann auch prompt die Wende ein: Die US-Bestände an Rohöl und Benzin sollen demnach deutlich gestiegen sein, die amtliche Bestätigung folgt heute. Naturgemäß drückten diese Erwartungen auf die Ölpreise, Brent fiel wieder unter die Marke von 66 US-Dollar für das Fass, WTI bewegt sich um 60,50 US-Dollar je Barrel. Bislang lässt sich also die Ölpreisentwicklung schwer prognostizieren, zu viele Faktoren wirken auf die Preisbildung ein. Zunächst beobachten die Märkte natürlich die weiteren Verhandlungen zwischen den USA und China, aber auch die OPEC dürfte ein Wörtchen mitzureden haben. Für deutsche Autofahrer könnten also zumindest in puncto Benzinpreis relativ entspannte Weihnachten ins Haus stehen.