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Rohölpreis: Im Strudel turbulenter Weihnachten an der US-Börse

27 Dezember 2018

Die letzten Nächte waren an der US-Börse weder still, noch kamen die Märkte zur Ruhe: Eine solche Dramatik hatte wohl keiner der Experten erwartet. Die Folgen für den Ölmarkt sind noch nicht abzusehen.

Unberechenbare Märkte drücken Preis für Rohöl

Schon die letzte Handelswoche hatte es in sich, die Weihnachtswoche steht ihr jedoch in nichts nach: Die schwachen Aktienmärkte sorgten für eine kräftige Korrektur im Ölpreis. Brent fiel in den letzten beiden Wochen von knapp 62 US-Dollar für das Fass auf unter 53 US-Dollar je Barrel, WTI von 53 US-Dollar je Fass auf unter 45 US-Dollar je Barrel – daran konnte auch das kurze Zwischenhoch am Mittwoch nichts ändern. Offenbar hemmen die eingetrübten Konjunkturindikatoren die Marktakteure, zumal sich die Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump nur kurzfristig als erfolgreich erweist. Das Weihnachtsfest dürfte für Ernüchterung gesorgt haben – und das trotz der Appelle des US-Präsidenten. Der kritisierte die FED erneut für die jüngste Zinsanhebung und rief die Amerikaner dazu auf, die korrigierten Aktienkurse auszunutzen und in US-Werte zu investieren. Mit dieser Empfehlung könnte er durchaus Recht haben – allerdings eher auf lange Sicht.

Die Erholung war nämlich nur von ausgesprochen kurzer Dauer, nicht zuletzt die innenpolitischen Probleme dürften für die Fortsetzung der Abwärtsbewegung am Aktien- und am Ölmarkt beigetragen haben. Der Shutdown legt derzeit Teile des öffentlichen Lebens in den USA lahm, weil Donald Trump auf der Finanzierung der von ihm versprochenen Mauer an der Grenze zu Mexiko besteht und dem Haushalt nicht zustimmte. Für die Handelsplätze war dies kontraproduktiv, zumal die globalen Verwerfungen nach wie vor nicht entschärft sind und die Turbulenzen an den Märkten weiter anheizen dürften.

Die Aussichten: Wird sich der Ölmarkt stabilisieren?

Selbst die Beteuerungen des russischen Energieministers Novak, dass sich die Situation am globalen Ölmarkt in den ersten sechs Monaten des neuen Jahres stabilisieren sollte, konnten bislang nichts bewirken. Der Handel verlief zwar bislang ruhiger, allerdings stehen noch die Meldungen zur Entwicklung der Öl-Lagerbestände in den USA aus. Diese werden wegen der Feiertage erst am Freitag bekannt gegeben, sodass der späte Handel eventuell noch beeinflusst werden könnte. Grundsätzlich wird mit einem Rückgang der Lagerbestände gerechnet, was sich jedoch angesichts des weltweiten Angebotsüberschusses nicht gravierend auswirken muss. Autofahrer sollten die Situation ausnutzen, zumal sich die Benzin- und Dieselpreise nach den Feiertagen so langsam wieder normalisieren. Silvester kommt – erfahrungsgemäß steigen dann auch wieder die Preise an den Tankstellen.