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Rohölpreis: Nach rasanter Talfahrt setzt leichte Erholung ein

16 November 2018

Zum Ende der Handelswoche stoppt der Ölpreis seine Talfahrt – allerdings 10 US-Dollar je Fass leichter. Die OPEC-Diskussionen um eine Förderkürzung und stark gestiegene US-Bestände konnten nur zögerlich für ein Ende des Abwärtstrends sorgen.

Kräftige Korrektur der Ölpreise abgeschlossen?

Von 75 auf 65 US-Dollar je Fass ging es für die Sorte Brent bergab, während sich WTI von 65 auf 55 US-Dollar je Barrel verbilligte – und das ungeachtet der drohenden Iran-Sanktionen. Offenbar sorgten die genehmigten Ausnahmen dafür, dass sich die Marktteilnehmer auf der sicheren Seite fühlten: Der Iran wird weiterhin Öl exportieren, davon ist wohl auszugehen. Angesichts der fallenden Ölpreise sah sich die OPEC dazu veranlasst, eine erneute Förderkürzung in Betracht zu ziehen. Für 2019 rechnet die OPEC mit einer Nachfrage von rund 31,5 Millionen Fass täglich, was unter dem Strich einen Rückgang von 500.000 Barrel täglich im Vergleich zu einer vor acht Wochen erstellen Prognose darstellt – und circa 1,4 Millionen Barrel weniger ist, als derzeit gefördert wird.

Die OPEC erhält zunehmend Konkurrenz von Förderländern, die nicht organisiert sind – und damit die Abstimmung einer gemeinsamen Strategie erschweren. So stieß auch der saudi-arabische Vorstoß, die tägliche Fördermenge um eine Million Fass täglich zu kürzen, nur bedingt auf russisches Verständnis. Ob sich die Russische Föderation diesen Maßnahmen anschließen wird, bleibt also abzuwarten. Diese Diskussionen reichten jedoch alleine nicht aus, um den Preisverfall im Laufe der letzten Woche zu stoppen. Mit Spannung wurden daher die Bestandszahlen aus den USA erwartet.

Stark gestiegene US-Bestände und Fördermengen

Die Bestandsveränderungen in den USA übertrafen noch die API-Erwartungen: Einerseits wurde nämlich die Ölförderung ein weiteres Mal ausgeweitet und bewegt sich jetzt auf einem Niveau von 11,7 Millionen Barrel täglich, wie die EIA meldet, andererseits stiegen die Rohölbestände in der letzten Woche um weitere 10,3 Millionen auf mehr als 442 Millionen Fass.

Und doch konnten die verschiedenen Einflüsse erst gemeinsam zur Mitte der Handelswoche die Talfahrt der Ölpreise stoppen, seither erholt er sich sehr langsam: Aktuell kostet ein Fass der Sorte Brent mehr als 67 US-Dollar, während ein Fass WTI für reichlich 57 US-Dollar erhältlich ist. Für deutsche Autofahrer halten sich die guten Nachrichten jedoch in Grenzen, denn nach wie vor bleibt die Versorgungssituation wegen des Niedrigwassers auf den Wasserstraßen angespannt – eine Änderung der Lage ist vorerst nicht in Sicht. Die Preisrückgänge gehen also weitestgehend an den Verbrauchern vorbei, Benzin und Diesel bleiben sehr teuer.