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Rohölpreis: Neues Jahr bringt bereits kräftige Gewinne – wie geht es weiter?

11 Januar 2019

Neues Jahr, neues Glück – der Ölpreis konnte sich in den ersten Handelstagen 2019 deutlich nach oben bewegen, auch wenn aktuell offenbar ein Stopp im Aufwärtstrend eingelegt wird. Wie nachhaltig die Ernüchterung ist, bleibt abzuwarten.

Ölpreise im Aufwind: Stärkster Wochen-Preisanstieg seit über zwei Jahren

Der Start ist geglückt, die Ölpreise legten allein in dieser Woche für Brent um knapp zehn Prozent auf derzeit mehr als 52 US-Dollar je Barrel und für Brent um acht Prozent auf über 61 US-Dollar je Fass zu. Zum Ausklang der Handelswoche scheint es zwar ruhiger zu werden, das Fazit ist jedoch beeindruckend: So stark entwickelte sich der Ölpreis schon seit langer Zeit nicht mehr nach oben.

Diese Tatsache ist umso bemerkenswerter, als dass sich die US-Rohölbestände nur leicht reduziert haben, wie das US-Energieministerium mitteilte: Demnach ging der Bestand an Rohöl lediglich um 1,7 Millionen Barrel auf 439,7 Millionen Barrel zurück. Fakt ist, dieser Bestand liegt circa acht Prozent über den Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Die Benzin- und Destillat-Bestände sind sogar kräftig gestiegen, nämlich um 8,1 bzw. 10,6 Millionen Barrel. Die Öl-Förderung stagniert auf einem hohen Niveau, während die US-Öl-Importe angestiegen und die Exporte gesunken sind. Die Nachfrage nach US-Ölprodukten bewegte sich in den letzten vier Wochen demnach auf einem in Vergleich zum Vorjahr etwas niedrigeren Niveau. Die Ursachen für den Preisanstieg müssen naturgemäß woanders verortet werden.

Preistreiber: Handelskonflikte und OPEC-Politik

Einer der von Marktbeobachter ins Feld geführten Gründe für die Ölpreisentwicklung ist der langsame Fortschritt der Handelsgespräche zwischen USA und China. Nach wie vor gibt es gravierende Differenzen, die vor den Verhandlungsteilnehmern liegen. Ernüchterung machte sich an den Märkten breit, erst Ende Januar wird Chinas Chefunterhändler, Vizepremier Liu He, in Washington erwartet. Die Hauptstadt ist derzeit ohnehin im Blickpunkt, der Shutdown ist immer noch nicht abgewendet und US-Präsident Donald Trump macht auch keine Anstalten, in puncto Grenzzaun zu Mexiko einen Meter von seiner Linie abzuweichen – im Gegenteil.

Die andere Komponente dürfte im wachsenden Optimismus zu finden sein, dass die OPEC die zur Stabilisierung der Ölpreise geplanten Förderkürzungen tatsächlich umsetzen könnte. Wie der saudische Energieminister Khalid Al-Falih jüngst verlauten ließ, wurden in Saudi-Arabien, dem dominierenden OPEC-Mitglied, die Förderquoten bereits reduziert. Es bleibt nun abzuwarten, die anderen OPEC-Mitglieder und nahen Staaten sich positionieren. Für Autofahrer wird es nun erst einmal teurer, nachdem sich die wetterbedingte Versorgungslage und damit die Preisunterschiede in Deutschland erst entspannt hatten.