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Rohölpreise kämpfen sich nach oben – allen Schwankungen zum Trotz

20 Mai 2019

Auf Wochensicht scheint sich im Ölpreis nicht viel getan zu haben: Notierte die Sorte Brent zum Wochenbeginn bei 71 US-Dollar für das Fass, betrug der Preis zum Wochenausklang gut 72 US-Dollar je Barrel. Doch der Weg dahin war turbulent.

Blickpunkt Persischer Golf: Ölpreise reagieren auf eskalierende Spannungen

Zu Beginn der Handelswoche ging es für das schwarze Gold erst einmal bergab: Brent stieg zunächst auf über 72 US-Dollar für das Fass, um dann unter die Marke von 70 US-Dollar je Barrel zu fallen – ähnlich verlief die Preisentwicklung bei der Sorte WTI, die zwischenzeitlich unter 61 US-Dollar je Barrel notierte. Dann setzte sich eine Aufwärtsbewegung durch, die jedoch nicht bis zum Handelsende hielt: Nach einem Ausflug über 73 US-Dollar je Fass fiel Brent wieder auf 72 US-Dollar je Barrel zurück, WTI schließt die Woche bei knapp 63 US-Dollar für das Fass ab. Damit lässt sich unter dem Strich festhalten: Die Ölpreise verzeichnen nach heftigen Schwankungen ein ordentliches Plus.

Eine der treibenden Kräfte dürfte die Sorge der Marktteilnehmer sein, dass die Spannungen rund um den Persischen Golf weiter eskalieren. Da waren die Nachrichten über Sabotagen gegen Öltanker unter saudi-arabischer Flagge, aber auch zu einem Drohnenangriff, der sich gegen eine wichtige Pipeline in Saudi-Arabien richtete. Saudi-Arabien ist immerhin die bestimmende Kraft in der OPEC, der Organisation erdölexportierender Länder. Zum Gegenpart sind längst die USA avanciert, die mit immer neuen Rekordfördermengen von sich reden machen. Es bleibt nun abzuwarten, wie die aktuellen Zahlen ausfallen, insbesondere die Zahl der aktiv betriebenen Bohrlöcher steht dabei im Fokus der Marktbeobachter. Zuletzt war die Anzahl gesunken – und zwar von 833 Mitte April auf 805.

OPEC+ verhandelt erneut über Förderkürzungen

An diesem Wochenende versammeln sich die Mitgliedsländer der OPEC und Vertreter weiterer zehn Ölförder-Nationen, allen voran Russland, erneut zu Gesprächen. Thema wiederum: die Kürzung der Förderquoten, um die Ölpreise zu stabilisieren. Erfahrungsgemäß wird bei diesen regelmäßig stattfindenden Treffen genau erfasst, um wie viel die Ölförderung tatsächlich gedrosselt wurde – und da gibt es durchaus immer wieder Abweichungen von den Beschlüssen. Ein weiteres Thema soll die Ende Juni anstehende Konferenz der Ölminister der relevanten Staaten sein. Die Gesprächsteilnehmer dürften bereits im Vorfeld sondieren, ob eine Verlängerung des Abkommens zur Förderungskürzung bis in das zweite Halbjahr hinein von der Gemeinschaft getragen wird. Bislang lässt sich also keine klare Tendenz für den Ölpreis erkennen, die OPEC könnte das Zünglein an der Waage sein.