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Rohölpreise: Kürzen die OPEC-Staaten die Förderung – oder doch nicht?

3 Dezember 2019

Nach dem kräftigen Absturz am Freitag konnten die Ölpreise am Montag wieder anziehen. Aber hier scheint es sich nur um ein Zwischenspiel zu handeln. Der ausschlaggebende Faktor dürfte einmal mehr die OPEC sein.

Gerüchte lassen Rohölpreise fallen – vorerst

Mit einem Minus von 1,32 US-Dollar auf 60,70 US-Dollar je Barrel musste die Sorte Brent am Freitag einen herben Verlust einstecken, bei WTI fiel die Korrektor sogar noch drastischer aus: Das Barrel kostete nur noch 55,42 US-Dollar je Fass – das waren im Vergleich zum Vortag rund 2,36 US-Dollar weniger. Als Ursache verorten Experten die Andeutungen zur weiteren Politik der OPEC+-Staaten, die in dieser Woche tagen werden. Weitere Kürzungen der Ölförderung wären demnach nicht zu erwarten. Zu diesen Prognosen dürften nicht zuletzt Äußerungen des russischen Ölministers Alexander Nowak beigetragen haben, dass sich eine diesbezügliche Einigen frühestens im nächsten Jahr zu erwarten wäre.

Nur mit einer weiteren Produktionskürzung ließe sich jedoch der steigende Ausstoß der US-Förderung und das dadurch verursachte Ungleichgewicht auf dem globalen Ölmarkt einigermaßen ausgleichen. Ähnliche Erwartungen formulierte Carsten Fritsch, der Rohstoffexperte der Commerzbank. Er bezog sich dabei auf russische Ölproduzenten, die sich vor dem OPEC+-Treffen auf die Linie verständigt hätten, dass die aktuell noch geltenden OPEC-Kürzungen planmäßig bis zum März des nächsten Jahres laufen sollten. Erst dann solle die Entscheidung über das weitere Vorgehen gefällt werden.

Jüngster Preisanstieg: Trendwende oder nicht?

Am Montag hoben jedoch die Wirtschaftsdaten aus Europa und China die Stimmung am Markt: Offenbar deutet sich im verarbeitenden Gewerbe eine Verbesserung der Situation, die immer noch im Zuge des Handelskrieges zwischen China und USA angespannt ist, an. Außerdem nahm der irakische Ölminister Ghadban zusätzlich Spannung aus dem Markt. Er geht offensichtlich nicht von einer zusätzliche Förderkürzung der OPEC+-Staaten aus. In der Folge konnte sich Brent zwischenzeitlich wieder auf 62 US-Dollar je Barrel hocharbeiten, WTI immerhin auf 56,60 US-Dollar für das Fass. Allerdings gaben die Ölpreise im Laufe des Handelstages wieder deutlich nach. Zu groß gestalten sich die Ungewissheiten, denn Genaueres wird sich erst nach dem Treffen des Ölkartells und der Partnerstaaten am 5. und 6. Dezember zeigen. Angesichts der globalen Lage auf dem Ölmarkt wird es demnach immer unwahrscheinlicher, dass die OPEC sich auf eine Beibehaltung der derzeitigen Regelungen beschränken könnte. Die relevanten Marktteilnehmer haben dies offensichtlich schon eingepreist – nun heißt es: Abwarten.