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Rohölpreise legen zu – trotz Rekordförderung in den USA

22 Februar 2019

Mit knapp 68 US-Dollar für das Barrel erobert sich die Sorte Brent das Niveau von Ende November zurück, bei den 57 US-Dollar für das Fass WTI stellt sich die Situation ähnlich dar. Dabei erreichte die US-Förderung ein neues Rekordniveau.

US-Förderung erneut ausgebaut

In der vergangenen Handelswoche wurden nach Berichten der US-Regierung 12 Millionen Barrel Öl täglich gefördert – diese Menge war bisher noch nie erreicht worden. Offenbar waren auch die Märkte beeindruckt, denn der Ölpreis geriet kurzzeitig unter Druck. Schon am Freitag waren die Vortagesverluste wieder ausgeglichen, der Aufwärtstrend setzt sich ganz offensichtlich fort. Dazu dürfte nicht zuletzt die OPEC beigetragen haben, denn jüngste Meldungen bezogen sich auf Saudi-Arabien, also das wichtigste Mitglied der Organisation. Hier wurden die Förderquoten offenbar stärker reduziert, als dies zuvor verkündet worden war.

Die USA haben gleichzeitig die Rohölimporte weiter gesteigert, so wurde 7,522 Millionen Barrel täglich eingeführt, gleichzeitig aber auch 3,607 Millionen Barrel täglich exportiert, was einen Ausfuhr-Zuwachs von 1,243 Millionen Barrel ausmacht. Die Bestände an Rohöl sind auf 454,5 Millionen Barrel und damit auf sechs Prozent mehr gestiegen, als der Durchschnitt der letzten fünf Jahre ausmacht. Die Vorräte an Benzin und Destillaten sind gesunken, Ölprodukte wurden in den letzten vier Wochen fast auf dem Vorjahresniveau nachgefragt.

In jedem Fall konnten sich die USA als größter Rohölproduzent der Welt behaupten, seit Anfang 2018 konnte der Ausstoß um 2,5 Millionen Barrel erhöht werden. Damit entwickeln sich die Vereinigten Staaten zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten, denn sie dringen in die von Saudi-Arabien und auch von Russland dominierten Marktsegmente vor. Der Nebeneffekt: Die Förderkürzungen, auf die die OPEC und Russland sich geeinigt haben, könnten künftig somit konterkariert werden.

Ölpreisanstieg: Wie weit kann das noch gehen?

Die Ölpreise bewegen sich weiter aufwärts, selbst die US-Rekordförderung konnte daran unter dem Strich nichts ändern. Hier dürften insbesondere die US-Sanktionen gegen Venezuela und den Iran eine wichtige Rolle spielen. Bislang profitiert der Iran von den Ausnahmegenehmigungen, die einigen Ländern die Einfuhr iranischen Öls ermöglichen. Diese Regelung wird jedoch in wenigen Wochen enden, derzeit ist eine Verlängerung durch die USA nicht zu erwarten. Sollte dieses Öl aus dem Markt genommen werden, könnte dies den Preisanstieg weiter befeuern – und dem US-Öl Tür und Tor öffnen. Für Heizölbezieher und Autofahrer dürfte die US-Politik einmal mehr zum entscheidenden Faktor in puncto Preis werden.