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Rohölpreise stürzen ab: Gipfel der OPEC- und Partnerstaaten gescheitert

9 März 2020

Schon vor dem Gipfel der OPEC+ mussten die Ölpreise kräftige Korrekturen hinnehmen, seit Bekanntwerden des Scheiterns ging es noch schneller bergab: Die Ölpreise verlieren allein am Freitag mehr als 8% – wie geht es weiter?

Ein Auslöser des Preisrutsches: US-Rohölförderung mit neuem Rekord

Schon am Donnerstag gerieten die Ölpreise unter Druck, als die neuen Daten aus den USA gemeldet wurden: Die Rohölförderung hat demnach mit 13,1 Millionen Barrel täglich einen neuen Rekordwert erreicht – und erhöht das Gewicht auf der globalen Angebotsseite. Wie die Energy Information Administration (EIA) bekanntgab, sind die US-Rohölbestände in der Vorwoche auf 444,1 Millionen Barrel angewachsen – der Anstieg betrug demnach rund 800.000 Barrel. Auch wenn der Bestand noch unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre liegt, sind die Zahlen doch beeindruckend. Denn den Importen von Öl in Höhe von 6,238 Millionen Barrel stehen auch gestiegene Exporte gegenüber, nämlich 4,154 Millionen Barrel täglich.

Der entscheidende andere Auslöser: Die Preispolitik der OPEC+

Die Märkte reagierten durchaus, die Aktienkurse brachen erneut ein: Sowohl in Europa als auch in Asien wurden drastische Kursverluste verzeichnet, die Befürchtungen um die Auswirkungen der Verbreitung des Coronavirus beeinträchtigen die Stimmung erheblich. Die ständig steigenden Zahlen der Infektionen – auch in Deutschland – machen sich hier bemerkbar, Eingriffe in das wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Leben lassen sich wohl kaum noch vermeiden. Trüben sich jedoch die Konjunkturaussichten weiter ein, wirkt sich das direkt auf die Ölnachfrage aus – die Ölpreise gaben schon am Vormittag entsprechend nach.

Gleichzeitig blickten die Protagonisten vor allem gespannt auf den Gipfel des Ölkartells OPEC und dessen Partnerstaaten. Entscheidendes Thema: die Erhöhung der Kürzung der täglichen Fördermenge auf 1,5 Millionen Barrel, auf die sich schon am Donnerstag die Mitgliedsstaaten der OPEC geeinigt hatten. Allerdings kam es nun auf die Zustimmung der Partnerstaaten, allen voran Russland, an – und dessen Vertreter stellte sich quer. Die Ölpreise brachen in der Folge drastisch ein: Brent kostete zeitweise weniger als 46 US-Dollar für das Fass, die Sorte WTI gerade einmal 42 US-Dollar je Barrel.

Die Anleger haben demnach realisiert, dass die Verhandlungen um eine Förderkürzung zur Stabilisierung der Ölpreise gescheitert sind. Die mit Spannung erwartete Abschlusserklärung enthielt nicht einmal mehr die von allen Seiten erwartete Verlängerung der aktuell noch laufenden Förderbeschränkung. Es bleibt nun abzuwarten, wie die Märkte diese Informationen verarbeiten. Auch wenn der Preisverfall zunächst gestoppt scheint, dürften sich Autofahrer in den nächsten Tagen an der Tankstelle freuen.