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Rohölpreise trotz steigender Bestände weiter im Aufwärtstrend

5 Oktober 2018

Selbst steigende Rohölbestände in den USA und die ausgeweitete Förderung in Russland und Saudi-Arabien konnten die Ölpreise nicht deutlich beeindrucken, die Sorgen vor den Folgen der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran überwiegen.

US-Rohölbestände steigen wieder – die Preise halten sich

Wie die Energy Information Administration am Mittwoch für die Vorwoche meldete, haben sich die US-Bestände an Rohöl um 8 Millionen Barrel auf nunmehr 404 Millionen Barrel ausgeweitet. Die Benzinbestände gingen hingegen ebenso zurück wie die an Destillaten. Gleichzeitig stieg der Durchsatz der US-Raffinerien auf 16,6 Millionen Barrel täglich, was einen Zuwachs von 77.000 Barrel und eine Auslastung von mehr als 90 Prozent ausmacht. Bei einer um 1,1 Prozent im Vergleich zu Vorjahreszeitraum steigenden US-Nachfrage nach Ölprodukten weiteten die USA die Einfuhren von Rohöl auf 8 Millionen Barrel täglich aus. Die Exporte hingegen wurden auf 1,7 Millionen Barrel pro Tag heruntergefahren. Die US-Förderung bewegt sich weiterhin auf einem Rekordniveau, für die Vorwoche wurden wiederum 11,1 Millionen Barrel täglich gemeldet.

Sorgen vor den Iran-Sanktionen dominieren

Diese Zahlen des US-Energieministeriums konnten die Ölpreise jedoch kaum beeinflussen, offenbar spielen die US-Sanktionen gegen den Iran in den Gedankenspielen der Marktteilnehmer eine deutlich größere Rolle. Daran konnten auch die Meldungen zu den ausgeweiteten Ölförderungen in Russland und Saudi-Arabien nichts ändern: Beide Länder hatten sich im September auf die Fördersteigerung geeinigt, um die Preise wieder zu senken. In Saudi-Arabien werden derzeit 10,7 Millionen Barrel täglich gefördert, wobei der Energieminister betonte, dass sich die Förderung nicht nur nach Bedarf anpassen, sondern die Ergebnisse auch komplett verkaufen ließen.

Kritik kommt in erster Linie aus dem Iran, so wird Saudi-Arabien unterstellt, sich dem Druck der US-Regierung zu beugen. Der US-Präsident hatte sich nämlich zuletzt mehrfach an die OPEC gewandt und zur Ausweitung der OPEC-Förderquoten aufgerufen. Vor dem Hintergrund des eingebrochenen Angebotes aus Venezuela und nun auch des Iran hatte sich nämlich vor allem europäisches Öl deutlich verteuert. Der Iran ist immerhin der drittgrößte OPEC-Produzent, schon jetzt sind die Lieferungen drastisch zurückgegangen. Auch wenn die einige der US-Sanktionen zunächst aufgehoben werden mussten, da das höchste UN-Gericht interveniert hatte, sind weitere Einschränkungen zu befürchten.

Brent und WTI auf Vier-Jahres-Hoch

Die Ölpreise haben in den letzten zwei Wochen kräftig zugelegt: WTI kostet aktuell rund 75 US-Dollar für das Fass, Brent nach einem Ausflug über die 86 US-Dollar je Barrel nun bei 85 US-Dollar für das Fass. Eine Änderung ist derzeit nicht in Sicht, abzuwarten bleibt die Entwicklung in Bezug auf die Iran-Sanktionen.