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Rohölpreise: Volatil seitwärts – kommt das dicke Corona-Ende noch?

29 Juni 2020

Es ist ein Auf und Ab auf dem Ölmarkt – doch eine eindeutige Tendenz lässt sich (noch) nicht ausmachen: Die Lage ist und bleibt fragil, zu ungewiss sind die Folgen der Corona-Krise – und die Möglichkeit einer zweiten Welle ist nicht auszuschließen.

Ölpreise bleiben unentschieden – Spiegelbild der aktuellen Lage

Mit einem Ölpreis von 41 US-Dollar für das Fass Brent und reichlich 38 US-Dollar je Barrel WTI schließt diese Handelswoche versöhnlich. Zunächst hatten die Ölpreise kräftig nachgegeben, nachdem die US-Vorratsdaten verkündet worden waren. Die Ölbestände hatten in den USA erneut einen Rekordstand erreicht – ebenso die Rohölproduktion. Angesichts der schwachen Nachfrage, die nicht zuletzt auf die Corona-Krise zurückgeführt werden muss, war der Anstieg der Lagerbestände nur logisch. Es muss sogar befürchtet werden, dass eine wirtschaftliche Erholung der US-Volkswirtschaft weiter in die Ferne rückt – die ansteigende Anzahl der gemeldeten Neuinfektionen dämpft die Erwartungen.

Doch auch die Marktteilnehmer, die ein großes Interesse an einer Stabilisierung der Ölpreise haben, blieben nicht untätig – und das Ergebnis spiegelt sich in der im Vergleich zum Ölpreis-Niveau in den Monaten März und April durchaus zu konstatierenden Erholung wider. Hier wirkt sich die Beschränkung der relevanten Förderländer aus, insbesondere Saudi-Arabien und Russland hatten sich darauf geeinigt. Doch auch die teilweise schon wieder gelockerten Corona-Maßnahmen lässt die Wirtschaft in vielen Ländern Fahrt aufnehmen – und natürlich die Nachfrage nach Öl auch wieder steigen.

Doch übermäßiger Optimismus ist an dieser Stelle wohl noch nicht angebracht, wie ein Blick in die USA zeigt: Hier kämpfen Städte und Kommunen mit großen Problemen, vor allem New York City, Chicago oder Los Angeles sind betroffen. Die Corona-Pandemie hat hier die Einnahmen an Steuern und Gebühren drastisch einbrechen lassen, sodass tausende städtische und kommunale Mitarbeiter vor ihrer Entlassung stehen – und in den dort ansässigen Unternehmen stellt sich die Situation nicht anders dar. Derzeit steigt die Anzahl von Zahlungsausfällen drastisch an, hier droht ein Finanz-Tsunami, der sich in großer Breite fatal auswirken dürfte.

Corona: nicht zu unterschätzen – auch auf lange Sicht

Zum Ende dieser Handelswoche profitierten die Ölpreise von einer kleinen Gegenbewegung, die jedoch nicht von langer Dauer sein dürfte. Die Verunsicherung durch erneute Corona-Ausbrüche in den verschiedensten Regionen betrifft nicht nur Deutschland, sondern vor allem die USA. So nahm Texas die bereits beschlossenen Lockerungen der verhängten Corona-Maßnahmen bereits wieder zurück, um den steigenden Infektionszahlen Rechnung zu tragen. Es bleibt nun abzuwarten, wie lange und wie gravierend dieses Virus grassiert – davon hängt auch die künftige Ölpreisentwicklung ab.