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Rohölpreise weiter auf Talfahrt: Autofahrer im Süden Deutschlands haben nichts davon

30 November 2018

Auch wenn zwischenzeitlich eine leichte Erholung bemerkbar war, bleiben die Ölpreise weiter auf Abwärtskurs. WTI rutschte sogar unter die Marke von 50 US-Dollar für das Fass, während Brent um 59 US-Dollar je Fass kämpft.

Weiterhin hohes Angebot – Ölpreise bleiben unter Druck

Schon der Hinweis darauf, dass weiterhin ein hohes Ölangebot gegeben ist, ließ die Ölpreise nach einer leichten Erholung wieder ihre Talfahrt aufnehmen. Die Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel sogar teilweise auf 49,41 US-Dollar für das Fass – so billig war das Öl seit dem Oktober des Jahres 2017 nicht mehr. Zwischenzeitlich wurde zwar die Marke von 50 US-Dollar je Fass wieder nach oben durchbrochen, allerdings bleiben die Preise unter Druck. Für die Sorte Brent stellt sich die Situation ebenso dar, nach einem Ausrutscher auf 57,50 US-Dollar je Barrel, konnte sich der Ölpreis zwar wieder leicht fangen, aktuell liegt er jedoch immer noch deutlich unter 59 US-Dollar für das Barrel.

Ausschlaggebend waren Bemerkungen des saudischen Ministers Khalid Al-Falih, der ebenso wie der russische Präsident Wladimir Putin Zweifel aufkommen ließ, dass das für nächste Woche in Wien geplante OPEC-Treffen einen Beschluss zur Kürzung der Produktion bringen könnte. Putin betonte, dass Russland mit 60 US-Dollar je Fass sehr gut zurechtkäme, von dieser Seite ist also kaum ein Impuls zu erwarten, und Saudi-Arabien hatte mit seiner deutlichen Produktionsausweitung erst für den Preisdruck gesorgt. Auch der US-Präsident Trump stieß in dieses Horn, er hatte sich per Twitter bedankt, wirken sich die fallenden Ölpreise doch in seinem Land wie eine Steuersenkung aus.

Nun bleibt abzuwarten, welche Signal von Wien ausgehen werden: Kommt es zu keinem Beschluss für eine Produktionskürzung, könnten die Ölpreise noch weiter fallen. Dafür sprechen auch die zum zehnten Mal gestiegenen US-Ölreserven, die ein Indiz für eine nachlassende Nachfrage sein könnten – aber eben auch für ein zu großes Angebot.

Deutsche Autofahrer im Süden haben das Nachsehen

Nach wie vor sind die Unterschiede für Benzin und Diesel regional sehr groß. Die gefallenen Pegelstände auf den für den Transport wichtigen deutschen Flüssen führen zu erheblichen Einschränkungen und daraus resultierenden Versorgungsengpässen. Allerdings gibt es durchaus Kritik an dieser Argumentation, da die Trockenheit bereits seit Monaten vorherrscht und sich erst im Oktober an den Tankstellen bemerkbar gemacht hätte. Es helfen derzeit also nur Geduld und die Hoffnung, dass die einsetzende Tiefdruck-Wetterlage ausreichend Regen bringt, um die Binnenwasserschifffahrt wieder voll aufnehmen zu können. Spannend bleibt, ob sich die Benzin- und Dieselpreise dann wieder normalisieren.