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Rohölpreise weiter schwach – Rezession zeichnet sich immer deutlicher ab

26 August 2019

Derzeit gibt es kaum Anzeichen für einen kräftigen Rohölpreisanstieg – weder das politische noch das wirtschaftliche Umfeld geben Anlass für Optimismus. Die Hoffnungen ruhen nun auf der EZB, aber was kann die richten?

Alle Aufwärtsbewegungen abgefangen: Öl bleibt billig

Die vergangene Handelswoche war schon schwierig für Öl, die neue wird wohl nicht viel besser verlaufen: Die Sorte Brent bleibt zunächst deutlich unter 60 US-Dollar für das Fass, WTI unter 55 US-Dollar je Barrel. Angesichts der eskalierenden Auseinandersetzungen im Handelskrieg zwischen China und den USA ist das nicht verwunderlich: Erst kündigte China neue Strafzölle an, dann zog die US-Regierung nach und belegt nun alle chinesischen Import mit Zöllen. Doch es gibt auch versöhnliche Töne – zumindest von chinesischer Seite, die weiterhin auf Beratungen und Zusammenarbeit setzt, um die anstehenden Probleme mit ruhiger Hand aus der Welt zu schaffen. Dieses ehrenwerte Ansinnen wird jedoch immer wieder torpediert, sodass die kleinen Annäherungen immer wieder zunichtegemacht werden. Die Folgen lassen nicht auf sich warten, es sind immerhin die beiden bedeutendsten Volkswirtschaften dieser Welt, die sich hier gegenseitig im Weg stehen und damit die gesamte Weltwirtschaft belasten und damit auch die Nachfrage nach Öl. So ist es nur logisch, dass der Ölpreis in den USA kontinuierlich sinkt – und zwar in einem seit längerer Zeit nicht mehr gesehenen Ausmaß.

Nervöse Börsen: Drohende Rezession verunsichert Investoren

Die ohnehin unruhigen Märkte können im Zuge der erneuten Eskalation in den Handelsstreitigkeiten naturgemäß kaum zur Ruhe kommen. Derzeit reichen kleine Meldungen aus, um große Indizes ins Wanken zu bringen. Selbst die deutsche Politik thematisiert die sich abzeichnende Rezession zunehmend, bislang gingen alle Beteiligten von einer robusten Wirtschaftslage aus. Nun bleibt abzuwarten, ob und wie die Europäische Zentralbank im Rahmen ihrer Tagung am 12. September reagieren wird. Sollten weitere geldpolitische Maßnahmen angekündigt werden, könnte die Börse durchaus mit Aufwärtsbewegungen reagieren – zumindest kurzfristig.

Nicht zu unterschätzen sind jedoch auch die Ergebnisse der anstehenden Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg, hängt doch letztendlich die Zukunft der großen Koalition davon ab. Damit stehen auch die aktuell diskutierten Pläne einer Reform des deutschen Steuerrechtes auf wackeligem Boden – und genau das wäre angebracht, wie ein Blick in die Welt zeigt: Die USA haben bereits die Unternehmenssteuern auf 21 Prozent abgesenkt, Frankreich will 25 Prozent ins Spiel bringen, wobei in Deutschland deutlich mehr gezahlt wird. Das Umfeld ist also keineswegs rosig, was dem Ölpreis in nächster Zeit weiter zusetzen dürfte.