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Rohölpreise weiter unentschieden: Korrigierte Wachstumsprognosen belasten

9 März 2019

Pünktlich zum Wochenende fallen die Ölpreise: Brent notiert bei 65,19 US-Dollar je Barrel, WTI fällt unter die Marke von 56 US-Dollar für das Fass. Auslöser waren offenbar Sorgen um die Konjunktur – Eintrübung zeichnet sich ab.

Wachstumsprognosen gesenkt – Ölpreise geben nach

Derzeit spricht einiges für fallende Ölpreise, die in den letzten Tagen um rund zwei US-Dollar für das Fass gefallen sind. Einerseits sind da die Sorgen um ein weiteres Abflauen der Konjunktur, das die Ölnachfrage bremsen könnte. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Donnerstag die Prognosen für die Eurozone deutlich nach unten korrigiert, nachdem die OECD bereits am Mittwoch die Erwartungen für das globale Wirtschaftswachstum für 2019 um 0,2 auf 3,3 Prozent und für 2020 um 0,1 auf 3,4 Prozent im Vergleich zu den November-Prognosen gesenkt hatte. Für Deutschland stellt sich die Situation noch kritischer dar: Im November lag die Prognose noch bei 1,6 Prozent, aktuell werden nur noch 0,7 Prozent Wachstum vorhergesagt.

Wichtigste Bremsen sind demnach die Handelsstreitigkeiten, deren Ende nach wie vor nicht abzusehen ist, und natürlich der noch immer unklare Brexit. Selbst China sieht im Jahr 2019 dem schwächsten Wirtschaftswachstum seit knapp 30 Jahren entgegen. Die Aktienmärkte haben bereits reagiert, offenbar nimmt die Risikoaversion der Marktteilnehmer zu und dürfte nun mit den Prognosen weitere Argumente erhalten.

US-Förder- und Bestandsdaten – weiterer Druck auf Preisniveau

Als dann noch die US-Daten bekannt gegeben wurden, war dies wie eine Bestätigung der Prognosen: Zum einen waren für ein Bohrloch neue Rekordfördermengen von 12,1 Millionen Barrel je Tag gemeldet worden, andererseits waren die Rohöl-Bestände deutlich gestiegen – nämlich um 7,1 Millionen auf mittlerweile 452,9 Millionen Barrel. Analysten hatten zuvor nur mit einem Zuwachs von 1,4 Millionen Fass gerechnet. Die Bestände an Benzin waren ebenso gesunken wie bei den Destillaten, dafür war der Durchsatz der US-Raffinerien um 100.000 Barrel täglich auf 16 Millionen Barrel Rohöl gestiegen.

Für die Marktteilnehmer trübt sich also die Stimmung deutlich ein, was nicht zuletzt an den relevanten Aktienindizes ablesen lässt. Für Autofahrer könnte es also in nächster Zeit etwas günstiger werden, sollten Verbraucher noch Heizöl benötigen, ergeben sich mit Sicherheit ebenfalls gute Gelegenheiten. Derzeit zeichnet sich angesichts der vielen Probleme und ungelösten Konflikte keine Änderung der grundlegenden Situation ab, selbst die OPEC hat die Preise für ihre Sorten gesenkt – Gegenmaßnahmen werden also wahrscheinlicher.