Home » oelpreis-news

Ruhiger Wochenausklang: Rohölpreise bewegen sich kaum von der Stelle

15 Dezember 2017

Nach einigen Turbulenzen im Laufe dieser Handelswoche kehrt nun scheinbar Ruhe auf dem Ölmarkt ein. Waren die Ölpreise zunächst wegen der Schließung einer Nordsee-Pipeline nach oben geschossen, fielen sie nach den IEA-Meldungen zur US-Rohölproduktion wieder auf das Vor-Niveau zurück.

Forties-Pipeline-Ausfall ausgeglichen – stabile Ölpreise

Von fast 66 US-Dollar für das Fass Brent fiel der Ölpreis für wieder auf die aktuellen 63 US-Dollar je Fass, nachdem die IEA den Befürchtungen um einen Versorgungsengpass wegen des Ausfalls der Forties-Pipeline plausibel begegnen konnte. Weiteren Preisdruck übten die gestiegenen US-Produktionszahlen aus: Für 2018 werden demnach durchschnittliche zehn Millionen Barrel täglich erwartet, Ende des Jahres werden bereits 10,34 Millionen Barrel am Tag produziert. Selbst die vom API gemeldeten Rückgänge von 7,4 Millionen Barrel täglich bei den US-Rohölvorräten konnten die Ölpreise nicht nachhaltig stützen, denn auf der anderen Seite stiegen die Bezinbestände kräftig an.

OPEC-Bericht: Wachsende Öl-Nachfrage trifft auf steigendes Angebot

Wie die OPEC in ihrem Monatsbericht mitteilte, soll sich das Nicht-OPEC-Angebot im kommenden Jahr um rund eine Million Barrel täglich vergrößern. Gleichzeitig wird für die globale Nachfrage eine Steigerung um 1,5 Millionen Barrel täglich erwartet. Für die OPEC selbst heißt dass, dass die Mitgliedsstaaten einen Tagesbedarf von 33,2 Millionen Barrel täglich zu decken haben. Im November betrug die Produktion 32,45 Millionen Barrel täglich, hier machten sich die drastischen Förderkürzungen bemerkbar, auf die sich die OPEC zur Preisstabilisierung geeinigt hatte.

Allerdings gehen die Schätzungen zur Nicht-OPEC-Produktion weit auseinander, die US-Energiebehörde geht von deutlich höheren Produktionen aus. Es bleibt nun abzuwarten, ob der Lagerabbau wirklich realisiert werden kann. Die OPEC hat es zwar gemeinsam mit Russland und anderen Öl-Nationen geschafft, die Förderquoten zu drosseln und so die Preise zu unterstützen, ein Blick auf den US-Markt zeigt jedoch eine gegenläufige Entwicklung: Die US-Ölproduktion wächst kontinuierlich, viele der Unternehmen können nach einem Kostenoptimierungsprozess auch auf diesem Preisniveau rentabel arbeiten.

Es läuft also alles auf einen Konflikt zwischen den OPEC-Bemühungen einerseits und den US-Interessen andererseits hinaus. Kann das derzeitige Gleichgewicht beibehalten werden, dürften auch die Ölpreise stabil bleiben. Allerdings steht zu erwarten, dass die US-Öl-Industrie jede Chance nutzen wird, um sich neue Marktanteile zu erobern. Selbst bei anziehender Nachfrage dürften die Lager dann weiter gefüllt bleiben, was den Ölpreis kräftig unter Druck setzen würde. Autofahrer und Heizöl-Bezieher könnten unter dem Strich die Nutznießer aus diesem Streit werden, wenn die Nachlässe wirklich weitergegeben werden.