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Starke Rohölkurse trotz Überangebot und schlechter Wirtschaftszahlen

16 Mai 2014

In unserem letzten Bericht haben wir bereits verdeutlicht, dass der Ölpreis nicht die tatsächlichen wirtschaftlichen Daten widerspiegelt. In den letzten zwei Wochen gab es aufgrund der Krise in der Ostukraine wieder einen leichten Anstieg bei den Ölpreisen. Die amerikanische Sorte Western Texas Intermediate (WTI) konnte um zwei USD klettern und kostet im Moment 101,73 USD. Der europäische Brent Crude legte anfangs leicht zu, bewegt sich aber seit einigen Wochen mehr oder weniger gleichmäßig an der 108 USD Marke. Aktuell kostet der Brent Crude 108,90 USD, somit hat es in den letzten 14 Tagen kaum Veränderungen gegeben.

Starke Kurse trotz Überangebot und schlechter Wirtschaftszahlen

Bescheidenen Wirtschaftszahlen aus der Europäischen Union, nur leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit in den USA und die allgemeine Krise in Asien und den Schwellenländern, sollten den Ölkurs fallen lassen. Es gibt nur einen Grund, warum sich der Kurs auch weiterhin auf Rekordniveau hält und das ist die Krise in der Ostukraine. Diese Woche kam es wiederholt zu schweren Auseinandersetzungen zwischen den Separatisten und den Regierungstruppen der Ukraine. Besonders die ostukrainischen Stadt Slawjansk steht hier im Fokus, denn dort sollen erneut ukrainische Soldaten gefallen sein. Besonders gefährlich ist, dass die Separatisten zwar auf der Seite Russlands stehen, den Befehlen von Präsident Putin aber nicht folgen. Somit hat sich eine Situation ergeben, welche selbst für Experten kaum zu deuten ist.

Von den Analysten auf dem Ölmarkt wird zwar immer wieder auf die Lieferengpässe aus Libyen verwiesen. Auch die niedrigen Lagerbestände in Cushing dem Hauptumschlagsplatz für US-Rohöl werden immer wieder genannt, um den starken Kurs zu rechtfertigen. Dabei gibt es gerade in den USA ein reichliches Überangebot an Rohöl. Zudem werden immer größere Ölmengen durch Fracturing oder kurz Fracking gefördert.
Anlegern können wir nur Raten die Krise genau zu beobachten. Eine schnelle Einigung scheint mittlerweile ausgeschlossen. Eines ist jedoch sicher, sobald die Krise aus den Medien verschwindet, wird der Rohölpreis sinken. Anleger sind deshalb gut beraten ihre Einkäufe zu drosseln oder auf „Short“ zu setzen. Denn der Kurseinbruch wird früher oder später kommen.

Heizöl und Kraftstoff

Der Heizölpreis befindet sich weiterhin in der Nähe des Tiefststandes im Jahr 2014. Hier muss besonders der US Dollar im Auge behalten werden. Denn die Kurse um die 80 Euro pro 100 Liter resultieren aus der schwäche der amerikanischen Währung. Größere Preisrückgänge werden trotz des anbrechenden Sommers nicht erwartet, denn es wird mit einer Erholung der US-Wirtschaft in diesem Jahr gerechnet.

Für Kraftfahrzeugbesitzer gibt es leider auch keine positiven Nachrichten. Der Kraftstoffpreis wird auch in den nächsten Wochen sein jetziges Niveau halten.