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Tod des saudischen Königs stoppt die Talfahrt am Rohölmarkt

23 Januar 2015

Rohöl konnte in dieser Woche seinen Preisverfall leicht stoppen. Dabei waren es keine marktanalytischen Hintergründe, welche den Preis leicht stabilisierten, sondern der Tod des saudischen Königs Abdullah, ließ die Preise leicht anziehen.
Dennoch notieren der amerikanische WTI (Western Texas Intermediate) als auch die Nordseesorte Brent Crude unter dem Niveau vor zwei Wochen. Der Brent Crude wird aktuell mit 48,42 US Dollar gehandelt und der WTI ist mit 46,20 US Dollar an den Märkten notiert.

Amerikanische Öllager auf Rekordniveau

Würde der Rohstoffmarkt nur von Zahlen und Fakten getrieben, so wäre bereits ein Preis von 40 US Dollar diese Woche möglich, denn an den Märkten herrscht extremer Verkaufsdruck. Allein die amerikanischen Öllager legten binnen zehn Tagen 10 Millionen Barrel Rohöl zu. Aktuell hat allein die USA knapp 400 Millionen Barrel des schwarzen Goldes gelagert.

Durch den plötzlichen Tod des saudischen Königs Abdullah kam es jedoch zu einer leichten Erholung der Preise. Diese betrug in der Spitze drei Prozent. Einige Analysten befürchten, dass sein Nachfolger Bruder Salman, die Ölförderung der OPEC Staaten drosseln könnte und somit für einen Aufschwung am Markt sorgen wird. Diese Befürchtungen sind jedoch reine Spekulationen. Aller Voraussicht nach wird auch der neue König Saudi-Arabiens die Förderquote stabil halten.

Erste Fracking Firmen geraten unter Druck

Der anhaltende Preisverfall des Rohöls setzt die ersten amerikanischen Fracking Gesellschaften massiv unter Druck. Bereits jetzt müssen Sie ihre Mitarbeiter entlassen. Die teure Fördermethode, bei welcher das Rohöl aus tiefen Gesteinschichten gepresst wird, ist nur bis maximal 50 US Dollar rentabel. Die amerikanischen Fracking-Unternehmen sind zudem hoch verschuldet. Zu den niedrigen Preisen ziehen jetzt auch noch die Anleger ihre Gelder ab, da kaum jemand an eine schnelle Erholung des Ölpreises glaubt, zu groß sind die Reserven und zu niedrig ist die Nachfrage. Alle großen Industrienationen haben ihre Lager gefüllt. Somit wird es, auch bei einer Drosselung der Förderquote Monate dauern, bis diese vollständig am Markt ankommt. Wir empfehlen unseren Anlegern deshalb, auf einen weiteren Abwärtstrend zu setzen. Dabei kann der Stopp-Loos bei 60 US Dollar gesetzt werden. Gute Gewinnchancen bietet die 45 US Dollar Marke. Tiefere Barrieren könnten auf massiven Widerstand stoßen.

Heizöl und Kraftstoff

Der Ölpreis fällt aber die Preise für Heizöl und Treibstoff steigen. Schuld daran ist die Europäische Zentralbank. Durch ihren Entschluss, den europäischen Markt mit frischem Geld zu versorgen, um einer drohenden Deflation entgegenzuwirken, hat Sie den ohnehin schon schwächelnden Euro weiter in die Knie gezwungen. An dieser Situation wird sich in den nächsten Monaten wenig ändern. Demnach ist mit steigenden Energiepreisen zu rechnen.