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Trotz geopolitischer Krisen – Rohöl im freien Fall

19 September 2014

Nach der leichten Erholung vor zwei Wochen setzt der Rohölpreis nun weiter seine Talfahrt fort. Seit unserem letzten Bericht hat die amerikanische Sorte Western Texas Intermediate (WTI) über zwei US Dollar nachgegeben und notiert nun bei 91,90 US Dollar pro Barrel. Auch der europäische Brent Crude befindet sich in einer Abwärtsspirale, sein Kurs brach um 4,50 US Dollar ein. Aktuell wird das europäische Öl mit 97,60 US Dollar an den Märkten gehandelt.

Die Internationale Energiebehörde (IEA) reduziert Ölpreisprognose

Vergangene Woche hat die IEA (Internationale Energiebehörde) ihre Ölpreisprognose für das kommende Quartal deutlich gesenkt. Auch andere Institute folgen diesem Trend. Keiner am Markt glaubt, dass sich im vierten Quartal 2014 der Preis für den WTI über die Marke von 100 US Doller schieben wird. Auch bei Brent Crude gehen die Analysten, nur von einem moderaten Anstieg, in den nächsten drei Monaten aus.

Als Gründe geben sie vor allem den starke US Dollar an. Trotz eines deutlichen Anstiegs der amerikanischen Wirtschaftszahlen importieren die Staaten immer weniger Öl. Denn sie fördern nun mehr und mehr Öl aus ihren eigenen Reserven. Somit wird das Überangebot am Rohölmarkt weiter angeheizt. Selbst die amerikanischen Sanktionen gegen Russland konnten keine Trendwende herbeiführen. Dabei betreffen diese direkt den Rohölmarkt, denn die Sanktionen sehen vor, keine technischen Güter für Tiefseebohrungen, zur Gewinnung Rohöl nach Russland zu liefern.

Wie sehr der Rohölmarkt nach positiven Signalen schmachtet, wurde am Mittwoch klar, denn laut einer unbestätigten Quelle, wolle die OPEC ihre Fördermenge um 500000 Barrel täglich drosseln. Sofort trat die Ölpreiskurve eine Reise nach Norden an. Leider ging es auch genauso schnell in die andere Richtung, denn das Förderkartell der OPEC ist sich nicht einig, sodass die Drosselung erst mal vom Tisch ist.

Für Anleger bietet der niedrige Kurs, gute Chancen jetzt in den Markt einzusteigen. Denn mit einem weiteren großen Preisverfall ist nun nicht mehr zu rechnen. Zudem machen die niedrigen Preise den Verkauf von Schieferöl immer unprofitabler. Denn die Kosten zur Gewinnung des Öls durch Fracking sind extrem hoch. Laut Schätzung von Analysten beläuft sich die Grenze zur Rentabilität auf mindestens 80 US Dollar pro Barrel. Wir sehen im aktuellen Preis deutliches Entwicklungspotenzial und geben eine Kaufempfehlung.

Heizöl und Kraftstoff

Wer seinen Tank für die Wintermonate noch nicht befüllt hat, sollte diesen jetzt betanken. Seit langen, ist der Preis für 100 Liter Heizöl, wieder unter die 80 Euro Marke gefallen. Es ist anzunehmen, dass der US Dollar auch in den nächsten Wochen steigt, dies bedeutet auch einen Preisanstieg für Heizöl. Autofahrer werden sich in diesen Tagen über die günstigen Preise an den Tankstellen freuen. Ob diese Freude jedoch von Dauer ist, müssen die nächsten Wochen zeigen.