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Volatiler Ölpreis: Auf und Ab noch nicht abgeschlossen

1 Dezember 2017

Die Erwartungen waren groß, als sich die OPEC-Vertreter am 30. November in Wien trafen. Die Einigung kam wie erwartet zustande, allerdings hatte die Verlängerung der Förderdrosselung bis Ende 2018 nur eine begrenzte Wirkung auf den Ölpreis.

Steigende US-Produktion vs. OPEC-Förderdrosselung

Die Ölpreise schwankten in den letzten beiden Wochen kräftig: Bei der Sorte Brent war die Marke von 62,50 US-Dollar für das Fass der Dreh- und Angelpunkt, für die Worte WTI lag die Marke bei 57 US-Dollar für das Fass – die Bewegungsspanne betrug +/- 2 US-Dollar je Barrel. Aktuell notiert das Fass Brent bei fast 64 US-Dollar und WTI bei 58 US-Dollar, sodass die jüngsten Verluste wieder ausgeglichen werden konnten. Die Nachrichten waren aber auch widersprüchlich: Einerseits meldete die US-Energiebehörde gesunkene Lagerbestände bei Rohöl, wofür jedoch die Schließung der Keystone-Pipeline verantwortlich zeichnen dürfte. Andererseits schnellte die US-Rohölproduktion nämlich auf knapp 9,7 Millionen Barrel täglich.

Umso wichtiger sollte die Sitzung der 24 OPEC-Mitgliedsstaaten für die Ölpreisstabilisierung werden. Es war von vornherein angenommen worden, dass die Vereinbarung zur Drosselung der Förderung um insgesamt 1,8 Millionen Barrel täglich bis Ende 2018 verlängert wird, um Angebot und Nachfrage sowie damit verbunden den Ölpreis wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Genau darin lag offensichtlich das Problem, denn die Märkte haben diese Maßnahmen offenbar schon eingepreist. Schon bei der Einigung im Mai gab der Ölpreis kräftig nach, Experten waren also gewarnt, zumal die Netto-Long-Positionen im Vorfeld der Tagung kräftig ausgeweitet worden waren. Gewinnmitnahmen dürften dann auch die Ursache für den teilweise deutlichen Rücksetzer im Ölpreis gewesen sein, bevor dieser sich wieder stabilisieren konnte.

Nachhaltiger Auftrieb beim Ölpreis unwahrscheinlich

Auch wenn sich die ölproduzierenden Länder in Wien einigen konnten, werden sie gegen die wachsende Ölindustrie in den USA auf Dauer wohl den Kürzeren ziehen. Der Einfluss der OPEC wird also immer geringer, auch wenn das globale Überangebot zumindest ansatzweise verringert werden konnte. Die enormen Bestände an Rohöl gibt es jedoch nach wie vor – und auch die Bemühungen einzelner OPEC-Mitglieder, die Restriktionen zu unterlaufen. So ist es nicht verwunderlich, dass der OPEC-Preis, der sich aus den Preisen für die wichtigsten Sorten dieses Kartells berechnet, wieder um acht Cent gesunken ist – nämlich auf 61,06 US-Dollar je Fass. Es dürfte also in der nächsten Zeit mit den Preisschwankungen wie in den letzten Wochen weitergehen, bis sich eine eindeutige Tendenz herauskristallisiert.