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Iran-Konflikt lässt Ölpreis in die Höhe schnellen

24 Februar 2012

Der Öl-Preis hält sich weiter auf dem höchsten Stand seit neun Monaten. Ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent notierte am Donnerstag-Abend bei 124,10 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte Western Texas Intermediate (WTI) kostete 108,50 US-Dollar.

Die Nordseesorte Brent kostete am Donnerstag zwischenzeitlich 93,64 Euro pro Barrel erreichte damit ein Allzeithoch. Der bisherige Höchststand wurde am 3. Juli 2008 bei 93,45 Euro erreicht. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) ist derzeit noch von einem neuen Allzeithoch entfernt.

Iran-Konflikt treibt die Preise

„Es ist nach wie vor der Iran-Konflikt, der die Preise in die Höhe treibt“, schreiben die Analysten der Commerzbank. Am vergangenen Sonntag kündigte der zweitgrößte Ölproduzent der OEPC an, die Öllieferungen nach Frankreich und Großbritannien zu stoppen. Der Iran kommt damit teilweise dem ab 1. Juli geplanten Öl-Embargo der EU zuvor.

Gleichzeitig versucht die Regierung in Teheran das Öl an andere Länder zu verkaufen: So sollen anderen Abnehmern, wie China und Indien, zusätzlich bis zu 500.000 Barrel täglich angeboten worden sein. Sollte der Iran bis März keine Abnehmer gefunden haben, müsste das unverkaufte Öl eingelagert und die Produktion gedrosselt werden.

Laut Medienberichten will Japan die jährlichen Öl-Importe aus dem Iran um rund 20 Prozent reduzieren. Im Gegenzug könnten möglicherweise japanische Finanzinstitute weiter Transaktionen mit dem Iran abwickeln, die nicht unter die US-Sanktionen fallen. Für den Iran wären die Kürzungen dramatisch, da Japan mit 327.000 Barrel täglich der zweitgrößte Öl-Abnehmer ist.

Durch den kräftigen Preisanstieg kann der Iran jedoch bislang die Mengen-Einschnitte ausgleichen.

Wirtschaftliche Erholung würde Ölnachfrage erhöhen

Die hohen Ölpreise könnten sich negativ auf die wirtschaftliche Erholung auswirken. In der gestern von der EU vorgestellten Prognose für das laufende Jahr wird erwartet, dass die Wirtschaft im Euro-Raum leicht schrumpfen könnte.

Gleichzeitig würde eine anziehende Konjunktur die Ölnachfrage erhöhen und so den Ölpreis weiter stützen. Der IFO-Geschäftsklimaindex für Deutschland stieg zum vierten Mal in Folge. „Man möchte fast sagen: Die Rezession fällt aus in Deutschland.“, kommentierte Christian Melzer von der Deka-Bank.