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Teeröl treibt Kanada und EU in Handelsstreit

23 Februar 2012

Missstimmung zwischen Kanada und der EU: Grund dafür ist eine Gesetzesvorlage, die zur Abstimmung in der EU vorgelegt werden soll. In dieser Vorlage geht es um Produkte, deren Fertigung besonders umweltschädlich ist und mit einem hohen Ausstoß an klimaschädlichen Emissionen einhergeht. Diese Produkte sollen in Zukunft mit Strafzahlungen belegt werden. Kanada, als der größte Produzent von Öl aus Ölsanden wäre von einer solchen Regelung besonders stark betroffen und würde empfindlich in seinen wirtschaftlichen Interessen getroffen werden.

Kanada verhandelt momentan mit Europa um ein umfangreiches Freihandelsabkommen, das in einigen Monaten unterzeichnet werden soll. Dieses Abkommen soll den Status Kanadas als Handelsnation stärken und ist für die Nation äußerst wichtig. Die Auseinandersetzungen mit der EU bezüglich Kanadas Ölproduktion kommen hier absolut zum falschen Zeitpunkt und könnten den Abschluss des Freihandelsabkommens gefährden.

Kanadas Ölsandindustrie gehört zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen des Landes, gilt aber auch als besonders umweltschädlich. Lange galt diese Industrie als nicht rentabel, doch seit dem stetigen Anstieg des Rohölpreises wird immer mehr in den Abbau des Bitumensandes investiert. Inzwischen werden stattliche Gewinne erwirtschaftet und sichern Kanada einen Spitzenplatz innerhalb der Energie produzierenden Nationen.

Kanada wehrt sich heftig gegen das Gesetzesvorhaben der EU und droht mit einer Klage vor der Welthandelsorganisation (WTO), falls sich eine Mehrheit in der Abstimmung finden sollte. Dies ist jedoch mehr als fraglich. Es wurden bereits vier Anläufe innerhalb der EU unternommen, um besonders klimaschädliche Produkte zu sanktionieren, die erfolglos blieben. Sollte dies jetzt wieder der Fall sein, wird der Gesetzesentwurf in das nächste Gremium zur Beratung weitergereicht. Die Gesetzesinitiative ist auch innerhalb der EU-Gremien nicht unumstritten, da auch europäische Energieunternehmen Beteiligungen an der Ölsandindustrie haben. So stehen auch handfeste Interessen von europäischen Unternehmen auf dem Spiel, die natürlich versuchen werden, jede für sie nachteilige Regelung zu verhindern oder zumindest abzumildern.